Die Geschichte eines neuen Namens – Elena Ferrante

Die Geschichte eines neuen Namens – Elena Ferrante

Wie habe ich mich auf dieses Buch gefreut!

Den ersten Teil habe ich verschlungen und konnte es kaum erwarten wie die Geschichte der beiden Mädchen weitergeht.

Leider blieb die große Begeisterung diesmal aus.

Die Beziehung der Mädchen bleibt weiterhin schwierig, doch dieses Mal auf ganz anderem Niveau. Mit steigendem Alter kommen auch andere Probleme.

Die Situationen sind teilweise sehr skurril, nahezu unrealistisch. Dadurch verliert man als Leser den Bezug zur Person, bzw. ganz und gar die Empathie.

Ich schwankte ständig zwischen Mitleid und leichter Gereiztheit, weil Reaktionen in keinem Verhältnis mehr standen.

Die Schreibweise ist dabei ebenfalls wenig hilfreich. Es ist sicher auch teilweise der Übersetzung geschuldet, aber zeitweise musste ich einige Absätze mehrfach lesen.

Meine Enttäuschung trägt sicher viel zu dieser mäßigen Rezension bei, doch ich möchte ehrlich bleiben.

Ich werde die beiden anderen Teile wohl nicht lesen, da ich mir meine Liebe zum ersten Teil nicht noch mehr kaputt machen möchte.

Einen zusätzlichen Stern gebe ich für den wirklich wunderbaren ersten Teil „Meine geniale Freundin“.

⭐️⭐️⭐️

Nebel – Ragnar Jónasson

Nebel – Ragnar Jónasson

Der dritte Teil dieser Serie hat hohe Erwartungen in mir hervorgerufen.

Die ersten beiden Teile waren wirklich super spannend.

Auch Nebel war im gewohnten Schreibstil gehalten und die Auflösung bis nahe dem Ende undurchsichtig.

Natürlich ist man eher in dem Aufbau der Bücher, wenn man die Teile kurz nacheinander liest. Man denkt sich schneller rein.

Die Protagonistin arbeitet wie gehabt und so kam es diesmal so, dass meine Vorahnung eher einsetzte und sich dann auch bestätigte.

Das nimmt mir etwas den Schwung und die Begeisterung.

Trotzdem war das Buch sehr spannend. Der Schreibstil lässt ein zügiges Vorankommen zu. Man legt das Buch selten freiwillig aus der Hand, um dran zu bleiben und dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Ich liebe die detaillierten Beschreibungen des Landes, der Landschaft und diesmal den Traditionen zu Weihnachten. Man lernt dadurch die Menschen und das Land einfach kennen. Das finde ich super.

Also alles in allem absolut empfehlenswert!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Zerrissen -Michael Tsokos

Zerrissen – Michael Tsokos

Das Besondere an seinen Büchern ist der Umstand, dass der Leser stets davon ausgehen kann ein Quäntchen Realität zu erleben.

Das mag ich sehr, auch wenn viele Dinge natürlich erschreckend und beängstigend sind. Aber so ist es nun mal in der Realität. Und wenn man sich dies vorab bewusst macht, sollte das auch kein Problem sein.

Wir begleiten Fred Abel und sein Team wieder in einem spannenden Fall.

Hauptdarsteller diesmal u.a. ein Clan in Berlin. Genauso so, wie man es sich vorstellt und aus den Medien kennt. Drogen. Waffen. Angst.

Der Autor schafft es wieder sehr geschickt die Fäden zusammen zu führen, ohne das der Leser dies ahnt.

Die Verstrickungen sind zum Teil sehr skurril, am Ende jedoch sehr schlüssig.

Die Protagonisten sind überaus sympathisch, man fiebert als Leser stets mit.

Mir gefällt sehr gut wie detailreich die Beschreibungen teilweise sind. Von Autopsien und Umgebungen bis hin zu einzelnen Situationen – der Leser ist aufgrund dessen stets mittendrin. Mir fiel es wirklich leicht mich reinzudenken und bildliche Zusammenhänge entstehen zu lassen.

Ich bin wieder sehr begeistert und kann das Buch allen True Crime Liebhabern absolut empfehlen!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Nachbarin – Caroline Corcoran

Die Nachbarin – Caroline Corcoran

Das Buch ist genau so, wie man es sich nach dem ersten Anblick vorstellt.

Inhaltlich genau das, was Cover und Titel versprechen.

Eine Geschichte über die Nachbarin. Erzählt aus beiden Perspektiven. Nämlich jeweils der Nachbarin.

Lexie und Harriet leben Wand an Wand, teilen absichtlich und unabsichtlich ihr Leben miteinander, ohne sich persönlich zu kennen.

Als Leser blicken wir hinter die Fassade, die sich die Andere aufbaut. Es ist sehr interessant wie schnell Eindrücke entstehen und wie wenig diese oft mit der Realität übereinstimmen. So entstehen Missverständnisse und schaukeln sich Situationen hoch. Zumindest immer für eine von beiden.

Ohne Spoilern zu wollen: die Erzählung beginnt in einer psychiatrischen Klinik, dieser Hintergrund ist wichtig und erklärend für den weiteren Verlauf.

Der Schreibstil ist flüssig und durch die schnellen Sprünge der Kapitel zwischen den beiden Frauen kommt man schnell voran.

Allerdings zieht sich der Mittelteil des Buches unnötig in die Länge. Es passiert nicht wirklich viel, wie erfahren nichts Neues, werden lediglich immer wieder versteckt auf „einen Vorfall in der Vergangenheit“ hingewiesen, um den man als Leser an diesem Punkt schon mehr als aufmerksam gemacht wurde und nun einfach gern wissen möchte was passiert ist. Das hat nichts mit Spannung zu tun, es zieht sich einfach. Als die Auflösung dann endlich kam, war ich enttäuscht.

Das Ende ist genauso vorhersehbar wie der Verlauf der Geschichte. Keine unvorhersehbaren Wendungen oder Verläufe.

Es war gut geschrieben, aber kein Highlight.

⭐️⭐️⭐️

Miracle Creek – Angie Kim

Miracle Creek – Angie Kim

Hörspiel – gelesen von Nora Waldstätten

Was für ein Netz aus Geheimnissen und Wirrungen!

Die Gesamtspielzeit von ca. 14 Stunden kam mir anfänglich etwas lang vor, doch ich muss sagen, ich habe jede Minute genossen.

Die Geschichte entpuppt sich tatsächlich als ein Schauspiel von unglaublichen Wendungen.

Es wird deutlich wie die Menschen in schlimmsten Situationen reagieren und aus welch unterschiedlichen Beweggründen heraus. Die Abgründe des menschlichen Verhaltens werden sehr deutlich dargestellt.

Bis zum Schluss bleibt es spannend wer nun der oder die Täter/in ist.

Die Leserin hat mir gut gefallen. Flüssig und deutlich, ohne zu viel oder zu wenig Betonung.

Einen kleinen Minuspunkt gibt es für die Zeit nach der Auflösung. Die letzten Kapitel zogen sich dann etwas in die Länge – für meinen Geschmack hätte man das abkürzen können.

⭐️⭐️⭐️⭐️

Dunkel – Ragnar Jónasson

Dunkel – Ragnar Jónasson

Dies war mein zweites Buch des Autors, heißt ich habe die Reihenfolge der Trilogie etwas durcheinander gebracht. Trotzdem war es wieder ein Highlight.

Er hat einen super flüssigen Schreibstil, was den Leser dazu bringt, das Buch kaum weglegen zu können.

Die Protagonistin ist sehr speziell und eigenbrötlerisch und doch wächst sie einem schnell ans Herz. Man leidet und fiebert mit ihr.

Die Geschichte spielt innerhalb weniger Tage und dadurch ist die Spannung hoch.

Die Erzählung wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und schlüssig wird es tatsächlich erst ziemlich am Ende.

Dieses hat es auch echt in sich.

Das mag ich sehr.

Zum Inhalt möchte ich gar nicht so viel sagen, da ist der Klapptext aussagekräftig genug.

Ich freu mich auf den finalen Teil der Trilogie!

⭐️⭐️⭐️⭐️

So weit die Störche ziehen – Theresia Graw

So weit die Störche ziehen – Theresia Graw

Ein unglaublich wichtiger Roman!

Die Autorin schafft es die schrecklichen Geschehnisse der damaligen Zeit in Worte zu fassen, welche tief gehen und zum Nachdenken anregen. Für viele Generationen ist das ein Thema etwas, was im Geschichtsunterricht behandelt wird, aber nicht wirklich greifbar ist. Solche Bücher tragen dazu bei das Thema wachzuhalten und in Erinnerung zu rufen, was nicht wieder geschehen darf.

Wir begleiten Dora auf ihrem Lebensweg.

Von einer behüteten Kindheit ohne Sorgen, zur ersten Liebe und dann den langen Weg über die Kriegszeit.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich manchmal innerlich die Augen rollte über das verzogene Kind bzw. die junge Frau, deren größtes Problem ein Kleid war.

Umso stärker war dann das Gefühl des Stolzes darüber, wie schnell sie erwachsen und vernünftig wurde. Werden musste und diese Aufgabe mit Bravour meisterte.

Die vielen Schicksalsschläge ließen sie nie verzagen.

Ich konnte das Buch im letzten Drittel teilweise kaum noch aus der Hand legen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und klar verständlich.

Ich erhielt nochmal viele neue Eindrücke und Gedanken zu der schwierigen und schlimmen Thematik und dafür bin ich sehr dankbar!

Ein wirklich wichtiges Buch! Danke dafür!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Wälder – Melanie Raabe

Die Wälder – Melanie Raabe

Hörbuch – gelesen von Melanie Raabe und Anna Schudt

War das spannend!

Und das lag zu einem Großteil an Anna Schudt! Ich liebe ihre Stimme und sie hat so viel Talent vorzulesen.

Ich war ständig in Hochspannung zu erfahren was passiert. Ohne zu übertreiben hat sie die verschiedenen Charaktere und Situationen mit ihrer Stimme dargeboten!

Die Kapitel waren relativ kurz (maximal 5 Minuten). Dadurch waren die Unterbrechungen ziemlich oft, wiederum ist man immer wieder gut in die Geschichte gekommen.

Diese war ziemlich verstrickt. Anfänglich war ich immer wieder kurz verwirrt, da die Sprünge in den Epochen nicht immer gleich erkennbar waren.

Die Charaktere sind einem schnell sympathisch geworden und als Zuhörer hätte man am liebsten manchmal reingerufen, das hat es fast schon interaktiv gemacht.

Ich finde die Kombination aus der spannenden Geschichte und dem Talent der Vorleserin ergibt ein ziemlich gutes Hörbuch!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Insel – Ragnar Jónasson

Insel – Ragnar Jónasson

Ein Island Thriller erster Klasse!

Der erste Eindruck von Cover und Klapptext, hält was er verspricht.

Der Autor nimmt uns mit in eine Geschichte von Freunden, die sich vielleicht gar nicht so gut tun wie sie eigentlich sollten.

Zu einer Kommissarin, der nicht viel geblieben ist vom Leben, außer ihre Arbeit, die sie mit Hartnäckigkeit vielleicht doch noch zum Erfolg führt.

Wir landen in tiefen menschlichen Abgründen, umgeben von der Beschreibung einer wunderschönen isländischen Kulisse.

Der Autor schreibt sehr flüssig und klar verständlich. Er verliert dich nicht in Details und beschreibt doch so genau, dass man sich abgeholt fühlt.

Ich bin sehr begeistert und freue mich auf sein nächstes Werk!

Ich bleibe hier – Marco Balzano

Ich bleibe hier – Marco Balzano

Der Titel ist Programm. 
Ein wunderschöner Roman über die Liebe eines Mannes zu seiner Heimat, erzählt aus der Sicht seiner Frau. 
Aus Liebe zu ihm bleibt sie an seiner Seite und bietet, gemeinsam mit ihm, den Widrigkeiten der Zeit und des Lebens die Stirn. 

Der Titel passt einfach wunderbar, denn Erich lässt sich nicht aus seiner Heimat vertreiben. Erst die Italiener, dann die Faschisten. Und zu guter letzt ein Staudamm. Nichts kann ihn verjagen. 

Neben den Protagonisten ist der geschichtliche Teil sehr intensiv und interessant. 
Der Schreibstil hält den Leser bei Laune. Es war nie fad oder langweilig. 

Wir begleiten Trina, Erichs Frau, von ihrer Kindheit bis ins Alter. 
Wir lernen ihre Eltern kennen, wie sie Erich kennenlernt und wie die beiden zueinanderfinden. Aber auch die Geheimnisse einer jungen Frau. Ihre Freundinnen. Ihre Gedanken und Sehnsüchte. 
Sie schreibt diese Erzählung als Brief an ihre Tochter. Ihr tiefgeliebte Tochter. 

Es ist eine sehr emotionale Reise. Das Leben der beiden Eheleute ist hart. Doch sie machen das Beste daraus und lassen sich nicht unterkriegen. Gemeinsam kämpfen sie für ihre Überzeugungen. Selbst in Momenten des Zweifels, siegt die Liebe und Verbundenheit zueinander. 
Daraus können wir viel in unser heutiges Leben übernehmen und lernen. 

Es ist ein wunderbares Buch!