Artiges Mädchen – Catherine Shepard

Ein Thriller schon eher nach meinem Geschmack.

Eine Frauenleiche zurecht gemacht wie ein kleines Mädchens mit blonden Zöpfen und zu viel Make-up hält die Ermittler in Atem. Denn bald schon tauchen noch mehr Leichen auf.

Was möchte der Täter mit dieser Aufmachung ausdrücken?

Der Ermittler und seine Partnerin, die Rechtsmedizinerin ist, machen sich auf die Suche und geraten in einen Strudel aus Informationen, die allesamt nichts zu bringen scheinen.

Abgelenkt wird der Leser immer mal wieder von privaten Problemen und Geschichten. Das stört aber die Handlung überhaupt nicht.

Auf die richtige Spur kommen die Ermittler dann schließlich aufgrund der Aussage eines kleinen Mädchens.

Danach ist die Handlung dann relativ schnell vorbei, was mir gut gefällt, denn es wäre unnötig gewesen die Geschichte noch in die Länge zu ziehen.

⭐️⭐️⭐️

Der Geruch von Wut – Gabriele Clima

Ein sehr spannendes Buch aus dem Genre Jugendbücher.

Der Autor hat scheinbar ein sehr feines Gefühl dafür, was in Menschen diesen Alters vor sich geht.

Die spezielle Thematik dieses Buch ist nach wie vor hochaktuell und brisant. Sehr mutig und toll vom Autor sich dieser anzunehmen.

Ich glaube sogar, dass es eine große Parallele zwischen der in diesem Buch besprochenen Thematik und anderen heiklen Themen dieser Zeit gibt.

Der Autor schreibt sehr klar und einfach. Ich hatte das Buch in wenigen Tagen durch und war trotzdem verbunden mit dem Protagonisten und seiner Geschichte.

Das Buch spielt schnell und in gewissen Abschnitten habe ich mich als Leser selbst gehetzt gefühlt.

Das Ende war wunderbar. Es hinterließ ein ruhiges und beruhigendes Gefühl bei mir.

Eine interessante Leseerfahrung.

⭐️⭐️⭐️

Bevor er tötet – Blake Pierce

Schlechtes Übersetzung aller Zeiten!

Wie so etwas in den Handel kommt, ist mir tatsächlich ein Rätsel.

Wenn man das außer Acht lässt und mit etwas Grübeln die Sätze selbst vervollständigt oder korrigiert, bleibt eine ganz passable Story.

Kein Highlight. Nichts wirklich Neues.

Eine junge Polizistin muss sich zwischen alteingesessenen Kollegen beweisen, ohne sich selber zu verlieren. Natürlich hatte sie keine einfache Vergangenheit und schwierige Familienverhältnisse.

Trotzdem ist sie sehr sympathisch und man fiebert mit ihr mit und drückt die Daumen, dass sie den Fall schnell löst.

Und das tut sie. Super schnell.

Ich hatte das e-Book in kürzester Zeit durch, da war ich selbst überrascht.

Es liest sich wirklich gut, aber die Geschichte ist auch nicht sehr verworren oder undurchsichtig.

Unterm Strich ok. Kurzweilig.

⭐️⭐️⭐️

Der Gesang der Flusskrebse – Delia Owens

Dieses Buch ist ein Roman, eine Liebesgeschichte und ein Krimi. Und trotzdem bietet es genügend Platz für jedes Genre.

Wir lernen die kleine Kya kennen, welche in ungewöhnlichen Umständen mit ihrer Familie in ärmlichsten Verhältnissen lebt. Nachdem ihre Mutter die Familie verlässt, dauert es nicht lange und auch ihre Geschwister gehen nach und nach ohne sie fort.

Sie bleibt anfänglich mit ihrem alkoholkranken Vater zurück, doch auch er verschwindet nach kurzer Zeit.

Nun ist sie auf sich allein gestellt und wir begleiten sie auf ihrem Weg des Überlebens bis hin zum erwachsen werden.

Die Autorin schafft es den Leser in kürzester Zeit in eine Landschaft zu ziehen, von der wahrscheinlich die Wenigstens wussten, geschweige denn diese je mit eigenem Auge gesehen haben. Ohne abzuschweifen ist der Leser direkt mitten drin, hört und sieht alles detailliert vor seinem geistigen Auge.

Die Protagonistin kämpft mit unsäglichen Schwierigkeiten, von Hunger bis Spott. Hilfe erhält sie von ihrem einzigen Freund, der ihr schließlich sogar Lesen beibringt und damit ihre Zukunft maßgeblich prägt.

Die Entwicklung, welche die Geschichte nimmt, ist nicht absehbar und so bleibt das Buch bis zum Schluss eine große Überraschung und ein wirklich tolles Leseerlebnis! Ich bin immer noch mehr als fasziniert von den Bildern in meinem Kopf.

⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Geschichte der getrennten Wege – Elena Ferrante

Jaaaaaaaa, ich weiß… eigentlich wollte ich keinen weiteren Teil der Reihe lesen… aber irgendwie vergesse ich das nach einiger Zeit wieder und dann sieht die Neugier.

Vorab: ich habe wieder echt lange gebraucht für das Buch. Das sagt wahrscheinlich schon einiges aus.

Nun gut, bis knapp über die Hälfte war ich regelrecht begeistert. Die Spannung und das Unangenehme, was die ersten beiden Bücher begleitete, war weg. Elena scheint endlich frei und glücklich.

Doch dann dreht sich alles wieder.

Das letzte Drittel war dann sehr zäh und leider wie gewohnt. Es entstand wieder dieses unangenehme Gefühl und die Scham. Mittlerweile habe ich das Gefühl es wird großen Wert darauf gelegt alles immer bis ins kleinste Detail zu verschlimmern. Leider habe ich als Leser nicht wirklich ein gutes Gefühl dabei.

Schade, ich bin gespannt wann ich zum letzten Teil gelange 🙂

⭐️⭐️⭐️

Tiefes, dunkles Blau – Seraina Konler

Ein Zürich-Krimi, aber einer der zarteren seiner Art.

Bis zur Hälfte des Buches lernen wir die Ermittlerin Rosa Zambrano näher kennen. Was anfänglich ein wenig befremdlich erscheint, macht sie der bald zu einer sympathischen und professionellen Polizistin. Wir tauchen in Form von kurzen Flashbacks in ihre Vergangenheit ein, was hilfreich für die Zusammenhänge in der Gegenwart ist.

Auch die Liebe zu Zürich und dem Zürichsee bringt die Autorin in ihrer bildhaften Sprache sehr gut zum Ausdruck.

Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil, man kommt schnell in die Geschichte und bleibt am Ball.

Allerdings hält sich das Spannungsbarometer in Grenzen.

Die Annäherung an eine Sciencefiction-Story ist greifbar, aber noch nicht ausgereift.

Den Ausgang der Geschichte erkennt der geübte Leser zu früh, das Ende zieht sich dadurch zu lang.

Alles in allem eher kein sehr spannender Krimi.

⭐️⭐️

Mohnblumentod – Lina Bengtsdotter

Auch der dritte Teil der Charlie-Lager-Serie ist ein voller Erfolg.

In gewohnter Manier war ich sofort wieder in der Geschichte, obwohl seit dem letzten Teil einige Zeit vergangen ist.

Der Leser wird optimal an die Vorgeschichte erinnert, ohne zu langatmig zu wiederholen.

Vorherige Charaktere kehren zurück und wir erleben wieder eine spannende Suche-dieses Mal nach einem vermissten Baby.

Die Auflösung erfolgte erst im letzten Viertel, so dass der Leser wie gebannt bleibt. Ich hatte tatsächlich bis zu diesem Moment nicht die leiseste Ahnung was geschehen sein könnte. Bzw. wurden etwaige Vermutungen stets schnell mit neuen Informationen widerlegt.

Die Protagonistin ist wieder sehr sympathisch und man fiebert von der ersten bis zur letzten Seite mit.

Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr und freue mich bereits jetzt auf einen neuen Fall!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Tot bist du perfekt – JP Delaney

Dieses Buch war eine wirkliche Überraschung.

Der Klapptext hat keinerlei Schlussfolgerung geliefert, wie sich der Verlauf der angedeuteten Geschichte verhält.

Gut so, denn ansonsten hätte ich mich wahrscheinlich dagegen entschieden.

Zuerst klang alles nach einem waschechten Krimi. Doch dann wurde mir schnell klar, dass noch mehr dahintersteckt.

Ich möchte allerdings nicht Spoilern, deshalb belasse ich es an dieser Stelle dabei.

Der Schreibstil war flüssig und wirklich gut lesbar. An einigen Stellen musste ich mich kurz zurechtfinden, da die Sprünge in den einzelnen Kapiteln recht groß waren, aber nach kurzer Orientierung hatte dann auch ich die Kennzeichnung der Kapitel verstanden 🙂

Die Spannung hielt bis zum letzten Kapitel an und die Auflösung war tatsächlich kaum vorhersehbar.

Das hat mit richtig gut gefallen, weil das recht selten vorkommt.

Auf jeden Fall lesenswert!

⭐️⭐️⭐️

Das Kind in mir will achtsam morden – Karsten Dusse

Auch der zweite Teil dieser Reihe hat mich absolut begeistert.

Ich lese selten zwei Bücher eines Autors hintereinander, da sich die Magie des ersten Teils meist im zweiten Teil stark verliert.

Das ist hier überhaupt nicht der Fall.

Im Gegenteil. Das erste Buch endet so spannend, dass ich gar nicht anders konnte als weiter zu lesen.

Die Thematik an sich ist sehr interessant und der Autor schafft es tatsächlich sehr respektvoll das Thema mit Humor zu zelebrieren, ohne es in den Dreck zu ziehen.

Ich habe mich wirklich unterhalten gefühlt und das Buch regelrecht verschlungen.

Der Schreibstil ist flüssig, es gibt keine Passage, die ich überflogen habe.

Absolute Empfehlung!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Gezeiten gehören uns – Vendela Vida

Das Buch hat mich sehr an „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante erinnert.

Es hat ein ähnliches Gemisch an Gefühlen zwischen Faszination und Scham erzeugt.

Wir lernen Eulabee und ihre Freundinnen kennen. Zu Beginn ist alles harmonisch, doch relativ schnell kippt die Stimmung aufgrund eines Zwischenfalles, zudem es verschiedene Ansichten gibt. Dieser entzweit die Gruppe und Eulabee bleibt allein zurück.

Ihre engste Freundin scheint am längeren Hebel zu sitzen und den besseren Lebensweg zu finden.

Eulabee kämpft sich augenscheinlich gut alleine durch die Widrigkeiten der Jugend, doch es hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Ich persönlich empfand verschiedenste Begebenheiten sehr unangenehm, hätte sie gern an die Hand genommen oder ihr einfach den vermeintlich richtigen Weg gezeigt.

Letztendlich treffen sich beide als Erwachsene wieder und die unbeantworteten Fragen aus der Jugend klären sich auf interessante Weise.

Der Schreibstil war sehr flüssig, ich bin zügig voran gekommen und empfand keine Passage als uninteressant oder fad.

Die Thematik ist und bleibt prekär und jeder Leser wird seine persönliche Geschichte mit einfließen lassen und daraus seine Empfindung begründen.

⭐️⭐️⭐️