Die Heimkehr der Störche – Theresia Graw

Die Heimkehr der Störche – Theresia Graw

Nachdem Dora und ihre Familie im Krieg alles verloren und weggenommen bekommen haben, leben sie nun auf einem Hof im Westen Deutschlands. Sie arbeiten hart und hausen doch wie Bettler.

Um all dem zu entkommen, versucht Dora einen Studienplatz zu bekommen und dieser wird ihr in der damaligen DDR gewährt. Sie zieht also mit Clara zu ihrem Bruder und dessen Ehefrau und Eltern.

Die Zeiten damals waren unvorstellbar. Geschichtlich betrachtet gibt es diejenigen, die sich die Zeiten in der DDR zurück wünschen und die anderen, die es schrecklich fanden. Ich bin von dieser Spaltung fasziniert, da ich es selbst nicht bewusst miterlebt habe.

Auch beim Lesen kommen immer wieder interessante Aspekte zum Vorschein, die einen wirklich zum Nachdenken anregen.

Die geschichtlichen Hintergründe sind gut recherchiert und passend in die Geschichte eingeflochten.

Für Dora wendet sich das Blatt nochmal und der negative Beigeschmack dreht sich damit auch für den Leser nochmal. Der Fokus verschiebt sich von den vielen negativen Dingen und ich habe das Buch letztlich mit einem guten Gefühl beendet.

Das Buch ist genauso wundervoll wie der erste Teil. Ein bisschen verspielt, ein bisschen verliebt, aber wesentlich ernsthafter, aufgrund der Umstände.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Fundament der Ewigkeit – Ken Follett

Ein Meisterwerk!

Ich bin ein riesen Fan der historischen Romane von Ken Follett. Jeden einzelnen habe ich regelrecht verschlungen. Und auch dieses Werk hat mich komplett mitgerissen.

1200 Seiten voll Spannung und wahnsinnig anschaulicher Geschichte.

Allein das Cover und die Größe des Buches, sind ein wahrer Lesertraumgenuss!

Vorab hatte ich große Bedenken, ob ich bei der Länge des Buches wirklich am Ball bleiben kann. Mir alles merken kann, alle Charaktere behalte.

Doch mit seinem Talent des Schreibens war das wieder überhaupt kein Problem. Durch geschickte Wiederholungen und Rückblicke schafft er es, dass man nie den Faden verliert. Ohne einem als Leser das Gefühl zu geben, dass das notwendig war.

Die Charaktere waren alle durch die Bank so einprägend, mit dem einen Teil fiebert man mit und selbst mit den „Schurken“, denen man ja einen Erfolg oder Sieg keinesfalls wünscht, bibbert man mit.

Die Schreibweise ist klar verständlich, es gibt keine Verschachtelungen, die es einem schwer machen würden.

Ich bin wieder hin und weg und kann das Buch vom ganzen Herzen empfehlen!!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Haus der Mädchen – Winkelmann

Ein ziemlich guter Thriller!

Die Geschichte beginnt ein wenig verwirrend. Viele Charaktere, die erstmal keinen Zusammenhang erkennen lassen.

Aber nach und nach fügt sich alles gut zusammen.

Die Spannung bleibt stets sehr hoch, da sich das Blatt immer wieder wendet. Das liebe ich! Zu glauben man ist der Lösung auf der Spur und Zack. Alles auf Anfang.

Der Autor schreibt sehr anschaulich, als Leser bringt einen das mitten ins Geschehen. Ich hatte immer klare Bilder vor Augen, das macht es natürlich umso spannender.

Ich mag den Schreibstil sehr und es wird mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von Andreas Winkelmann sein.

⭐️⭐️⭐️⭐️

Bergland – Jarka Kubsova

Bergland – Jarka Kubsova

Ich bekam das Buch nach einer kurzen Reise in die Berge zugesandt. Wir waren nicht in Südtirol, aber es war trotzdem ein sehr passender Moment und das Gefühl der Verbundenheit riesig.

Die Geschichte erzählt den Zeitraum der 40er Jahre bis heute.

Wir begleiten den Innerleitner Hof in Südtirol und seine Bauern über drei Generationen. Lernen die Schwierigkeiten und Herausforderungen welche dieses Leben mit sich bringt sehr genau kennen.

Mit jedem einzelnen Protagonisten leidet und fühlt man mit, obwohl die Situationen einzeln betrachtet doch sehr unterschiedlich sind.

Der Schreibstil ist flüssig und man kommt zügig voran. Ab und an muss man sich kurz reindenken, beim Wechsel der Zeiträume, aber das ist kein Problem.

Ich habe das Buch sehr genossen. Es ist kein Riesen Highlight, aber mit viel Liebe und Verbundenheit bestückt.

⭐️⭐️⭐️⭐️

Jahre an der Elbchaussee – Lena Johannson

Auch der zweite Teil dieser Reihe ist wunderbar!

Selbst mit längerer Pause zwischen dem vorherigen Teil, hat es nicht lange gedauert, bis ich wieder voll in der Geschichte war.

Die Autorin schafft es mit geschickten Wiederholungen den Leser abzuholen und zurück zu bringen, ohne endlos auszuschweifen.

Wir erleben eine erwachsen gewordene Frieda, die mit nunmehr ganz anderen Widrigkeiten zu kämpfen hat und nahe dem 2. Weltkrieg versucht sich und ihre Lieben zu schützen.

Es ist bewundernswert mit welch passenden Worten die Autorin sowohl die Weltgeschehen aufgreift, als auch die Kluft zwischen Arm und Reich der damaligen Zeit beschreibt.

Für die einen ist alles so leicht und auf der anderen Seite kämpfen die Menschen ums nackte Überleben.

Und doch hat man nie missgünstige Gedanken Frieda gegenüber, denn sie kämpft für beide Seiten.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Der Schönheitssalon / Das Erbe der Schwestern – Nora Elias

Ein wirklich wundervoller Roman! Die Geschichte spielt in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, im florierenden Berlin 1925-1927.

Die beiden Schwestern Charlotte und Helena Rosenberg finden auf ungewöhnliche Weise zueinander und versuchen nun mit dem Gegebenheiten umzugehen.

Sie wachsen immer enger zusammen, sowohl menschlich als auch geschäftlich und die dörfliche Helena findet sich schneller in der großen Stadt zurecht als es ihr irgendwer zugetraut hätte.

Helena nimmt uns mit auf ihre Reise in eine völlig neue Welt und die Autorin schafft mit ihren Worten eine sehr bildhafte Darstellung zu kreieren.

Zum genauen Inhalt der Geschichte möchte ich jetzt gar näher eingehen, dazu gibt der Klapptext ausreichend zu Informationen.

Der Schreibstil ist sehr klar und elegant. Er passt sich der Zeit hervorragend an, ohne für den heutigen Leser schwer oder missverständlich zu sein.

Die Autorin schafft umgehend Nähe zu den Protagonistinnen und damit eine Verbindung, die bis zum Ende erhalten bleibt!

Ich habe das Buch verschlungen und freue mich bereits auf weitere Werke der Autorin!

⭐️⭐️⭐️⭐️

So wie du mich kennst – Anika Landsteiner

So wie du mich kennst – Anika Landsteiner

Ein Roman über Trauer, Familie, Neuanfänge.

Wir begleiten Karla auf dem Weg zurück ins Leben, nachdem sie ihre Schwester Marie verloren hat. Die beiden standen sich sehr nah, trotz das beide völlig verschiedene Leben führten.

Marie zog raus in die Welt, weit weg nach Amerika, während Karla im sicheren Hafen ihrer Heimat blieb.

Nachdem Marie starb, machte sich Karla auf den Weg nach New York um die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. In dieser Zeit lernt sie neue Seiten an ihrer Schwester kennen, umgibt sich mit Menschen, denen Marie viel bedeutete und kämpft mit der Trauer, dem Verlust und dem Weg mit der Situation umzugehen.

Wir lernen auch Maries Leben durch ihre eigenen Augen kennen und erhalten dadurch einen umfassenden Überblick über das Gesamte.

Je mehr wir als Leser erfahren umso mehr leidet man mit Karla. Und auch mit Marie. Karla wird nie die ganze Geschichte kennenlernen, wir schon.

Der Schreibstil lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen. Ich habe es regelrecht verschlungen.

Die Thematiken im Buch sind sehr facettenreich, ohne das eine davon zu kurz kommt.

Das Ende und die Zuversicht, die es ausstrahlt, geben Hoffnung.

Das Buch behandelt ein sehr wichtiges Thema, welches in der Schnelligkeit des Leben viel zu oft untergeht!

Ein großer Dank geht an die Autorin, die sich nicht davor scheut es aufzugreifen und darüber zu schreiben!

Ein sehr sehr wichtiges Buch!

Danke!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Empfindliche Wahrheit – John le Carré

Empfindliche Wahrheit – John le Carré

Ein wahrer Spionage Roman! Es ist mein drittes Buch des Autors und ich bin wieder sehr begeistert.

Keine leichte Kost und damit nichts für Zwischendurch. Es lohnt sich ungemein am Ball zu bleiben.

Wie bei den letzten Büchern drängen sich natürlich auch wieder die Gedanken auf, wieviel davon tatsächlich jeden Tag in jedem Land genauso passiert und an der Tagesordnung ist.

Wieviel die Spione aushalten. Wie verstrickt das ganze System ist. Wie leicht Kollateralschäden entstehen.

Gerade in der heutigen Zeit, hat man als kleiner Bürger kaum Einblick.

Die Protagonisten sind schnell bekannt und man fiebert als Leser mit jedem Einzelnen mit.

Der Schreibstil ist wie gewohnt. Kurze Sätze. Schnelle Gedankensprünge.

Große Spannung.

Fast bis zur letzten Seite bleibt der Leser im Dunklen und dadurch baut der Autor natürlich ungemeine Spannung auf.

Wer dieses Genre mag, ist hiermit sehr gut bedient!

⭐️⭐️⭐️⭐️

Hörbuch: Gut gegen Nordwind – Daniel Glattauer

Gut gegen Nordwind – Daniel Glattauer

Hörbuch – gelesen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel

Zu allererst möchte ich die Leser erwähnen. So schön vorgetragen, habe ich noch kein Hörbuch erlebt! Die Stimmen sind wunderbar angenehm anzuhören und die Art des Vorlesens haben beide für sich perfektioniert. Ein wahrer Genuss für die Ohren.

So, ich höre jetzt auf zu schwärmen 🙂

Die Idee der Geschichte an sich ist nicht neu, aber schön gemacht. Die Darstellung ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Ich kann jetzt natürlich nicht beurteilen, wie es sich lesen lässt, aber zum Anhören war es manchmal schwierig. Auch wenn es super vorgetragen war, war der weibliche Part doch teilweise sehr anstrengend. Liegt vielleicht in der Natur der Sache 🙂

Es wirft viele Fragen auf und trotz, dass man die beiden Protagonisten schnell kennenlernt, bin ich nicht richtig warm geworden. Das ewige Hin und Her war mir zu langatmig. Ich war teilweise richtig genervt.

Das Ende hat viel wieder herausgerissen.

Trotzdem ist mein Inneres sehr gespalten was dieses Werk betrifft, das hatte ich lange nicht.

Ich vergebe zwei zusätzliche Sterne für die beiden Leser.

⭐️⭐️⭐️

Nächstes Jahr in Berlin – Astrid Seeberger

Nächstes Jahr in Berlin – Astrid Seeberger

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir der Schreibstil den Einstieg ins Buch sehr erschwert hat.

Mir erschlossen sich Zusammenhänge und der sogenannte rote Faden erst recht spät. Nahezu zum Ende hin.

Im Nachgang hat mich die Geschichte sehr berührt. So ein trauriges und einsames Leben, gebeutelt von der Geschichte und den Kriegen und den Enttäuschungen immer wieder allein gelassen zu werden.

Unvorstellbar.

Wir steigen mit der Autorin gemeinsam direkt beim Tod ihrer Mutter ein.

Das Verhältnis ist sehr kühl und unnahbar zwischen den beiden Frauen.

Als wir tiefer in die Geschichte einsteigen, lernen wir ihre Mutter besser kennen und erleben eine völlig andere Umgangsweise mit ihrer Tochter, so dass sich mir hinterher noch immer nicht richtig erschließt, warum das Verhältnis so kühl war.

Die Familiengeschichte ist überaus tragisch. Vor allem die Mutter Rose trifft es immer wieder hart.

Sie lernt nie damit umzugehen und ertrinkt förmlich in ihrer Trauer. Verluste zu erleben und zu verarbeiten schafft sie bis zum Ende nicht. Daraus ergibt sich wohl recht eindeutig, dass sie ihre Tochter umso fester zu halten versucht.

Die Autorin schreibt sehr detailliert, dennoch wird der Leser durch die kurzen Sätze immer wieder herausgerissen.

Trotzdem werde ich es mit dem Buch, welches die nachfolgende Zeitgeschichte beschreibt versuchen.

Kein Buch für zwischendurch, es fordert den Leser sehr.

⭐️⭐️⭐️